2026 Kaukasus Express

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Kaukasus – Eine Reise, die anders kam als geplant

Mit unserem Ford Ranger starteten wir in St. Moritz Richtung Kaukasus. Unterwegs stiess unser Freund Thorsten mit seinem Toyota Hilux dazu. Über Italien, Griechenland und die Türkei führte uns die Reise schliesslich nach Georgien, wo wir uns einer geführten Offroad-Tour anschlossen.

Schon die ersten Pisten in der Türkei machten Lust auf mehr. Gewaltige Berglandschaften, einsame Wege und immer wieder Motive, bei denen ich Rolf zum Anhalten überreden musste. Mein wohl meistgesagter Satz auf dieser Reise: «Halt mal kurz, ich möchte ein Foto machen!»

Georgien und der abenteuerliche Abano Pass

Unser erster Grenzübertritt nach Georgien war alles andere als angenehm. Stundenlanges Warten, Diskussionen und eine ziemlich chaotische Abfertigung. Umso schöner war unser erster Nachtplatz mitten in der Natur, weit weg vom Trubel.

Der Höhepunkt unserer Kaukasusreise war zweifellos der Abano Pass nach Tuschetien. Eine schmale, unbefestigte Bergstrasse mit steilen Abgründen und kaum Platz für Gegenverkehr. Bei der Auffahrt hatten wir herrliches Wetter und eine fantastische Aussicht. Drei Nächte verbrachten wir in dieser wilden Bergwelt.

Die Rückfahrt verlief weniger entspannt. Regen machte die ohnehin anspruchsvolle Piste noch schwieriger. Und dann war da noch die Sache mit dem Schaf. Eines der Tiere geriet mit seinen Hörnern in Thorstens Felge und wurde überfahren. Nach einigen Verhandlungen mit dem Hirten wechselten 120 Euro den Besitzer. Das Tier tat uns leid, und wir waren froh, als wir weiterfahren konnten.

Ab jetzt bestimmen wir selbst

Nach einigen Tagen merkten wir, dass die Organisation der geführten Tour nicht unseren Vorstellungen entsprach. Informationen fehlten, die weitere Planung war unklar und auch die ursprünglich vorgesehene Reise nach Armenien überzeugte uns unter diesen Umständen nicht mehr.

Also entschieden wir uns, die Gruppe zu verlassen.

Von nun an waren wir auf eigene Faust unterwegs. Zwei Geländewagen, drei Freunde und die Freiheit, dort anzuhalten, wo es uns gefiel. Und genau das machte für uns den Reiz dieser Reise aus.

Wir fanden wunderschöne Nachtplätze, fuhren über abgelegene Bergpisten und begegneten Menschen, die uns in Erinnerung bleiben werden. Besonders Micha, ein Armenier, der mit seiner Mutter ein winziges Hotel betreibt. Die beiden bewirteten uns mit einer Herzlichkeit, die wir nicht vergessen werden.

Natürlich lief auch ohne Reiseleitung nicht alles nach Plan. Irgendwo auf einer georgischen Piste verlor Thorstens Hilux sein vorderes Kontrollschild. Trotz langer Suche blieb es verschwunden. Also besorgten wir eine polizeiliche Verlustanzeige und bastelten kurzerhand ein Ersatzschild. Damit schafften wir es später tatsächlich problemlos über die Grenze zurück in die Türkei.

Durch die Türkei Richtung Kappadokien

Zurück in der Türkei führte uns die Reise durch beeindruckende Landschaften, vorbei am Vansee und weiter zum Nemrut Dağı mit seinen gewaltigen steinernen Köpfen.

Ausgerechnet dort feierten Rolf und ich unseren 12. Hochzeitstag. Kein romantisches Hotel, kein Frühstück im Bett, dafür unser Ranger, eine fantastische Landschaft und wir beide zusammen unterwegs. Das passte eigentlich ziemlich gut zu uns.

Auch die Fotografie kam nicht zu kurz. In klaren Nächten konnte ich endlich wieder die Milchstrasse fotografieren. Genau für solche Momente schleppe ich meine ganze Kameraausrüstung mit.

Ein weiteres Highlight war Kappadokien. Wir wanderten durch die faszinierenden Täler mit ihren ungewöhnlichen Felsformationen und hofften auf die berühmten Heissluftballone. Zunächst machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung.

Am nächsten Morgen weckte mich Rolf ganz aufgeregt: «Carmen, die Ballone steigen!»

Keine fünf Minuten später stand ich im Pyjama, mit zerzausten Haaren und meiner Kamera vor dem Dachzelt. Überall am Himmel schwebten Ballone im ersten Morgenlicht. Ein Anblick, den ich bestimmt nie vergessen werde.

Griechenland und langsam Richtung Heimat

Nach unzähligen Kilometern führte uns der Weg zurück nach Griechenland. Wir genossen die schönen Strände, das warme Meer und endlich wieder etwas mehr Komfort auf den Campingplätzen.

Unterwegs trennten sich unsere Wege von Thorsten. Nach all den gemeinsamen Erlebnissen war es ungewohnt, seinen Hilux nicht mehr im Rückspiegel zu sehen.

Rolf und ich verbrachten die letzten Tage gemütlich am Meer. Frischer Fisch vom Grill, ein Glas Wein, ein Ouzo und endlich einmal kein Programm.

So sehr ich das Reisen mit unserem Dachzelt liebe, irgendwann freue ich mich auch wieder auf mein eigenes Bett.

Was bleibt?

Unsere Kaukasusreise verlief ganz anders, als wir sie ursprünglich geplant hatten. Wir erlebten fantastische Landschaften, schwierige Grenzübertritte, abenteuerliche Pisten und Begegnungen, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Georgien hat bei uns gemischte Eindrücke hinterlassen. Die Natur war wunderschön, doch mit der Freundlichkeit der Menschen und dem vielen Müll hatten wir teilweise Mühe. Umso mehr schätzten wir die herzlichen Begegnungen, die wir unterwegs erleben durften.

Wir haben viel gesehen, manchmal geflucht und noch mehr gelacht. Und eines hat sich wieder einmal bestätigt:

Manchmal ist kein Plan eben der beste Plan.

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